NEWS 1. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

KI-Kennzeichnungspflicht: Was seit dem 2. August 2026 gilt

KI News

Seit dem 2. August 2026 gilt in der gesamten EU eine Kennzeichnungspflicht fuer KI-Inhalte. Artikel 50 der KI-Verordnung ist an diesem Tag wirksam geworden. Wer Texte, Bilder, Tonaufnahmen oder Videos von einer KI erzeugen oder veraendern laesst, muss das kenntlich machen - und zwar nicht nur fuer Menschen lesbar, sondern auch maschinenlesbar.

Was genau gekennzeichnet werden muss

Die Pflicht trifft vier Arten von Inhalten: Text, Bild, Audio und Video. Entscheidend ist nicht, ob etwas vollstaendig von einer KI stammt - auch bearbeitete Inhalte fallen darunter, sobald sie echt oder irrefuehrend wirken koennten.

Zwei Faelle sind ausdruecklich geregelt:

Maschinenlesbar - der Teil, den viele uebersehen

Ein Hinweis im Kleingedruckten reicht nicht. Die Kennzeichnung muss so hinterlegt sein, dass Programme sie automatisch erkennen koennen - etwa als Wasserzeichen oder als Eintrag in den Metadaten der Datei. Der Gedanke dahinter: Plattformen und Suchmaschinen sollen KI-Inhalte erkennen koennen, ohne dass ein Mensch jedes Bild einzeln pruefen muss.

Fuer die Praxis heisst das: Wer KI-Bilder oder -Videos veroeffentlicht, sollte die Kennzeichnung beim Export mitgeben und nicht erst nachtraeglich in die Bildunterschrift schreiben. Viele Werkzeuge setzen inzwischen automatisch ein Wasserzeichen - wer es aus Versehen entfernt, steht schlechter da als vorher.

Was Verbraucher davon haben

Aus der Pflicht der Anbieter wird ein Recht der Nutzer: Man darf erfahren, ob man mit einer KI interagiert, und KI-erzeugte Inhalte muessen als solche erkennbar sein. Das ist vor allem dort relevant, wo Vertrauen mitschwingt - bei Produktbewertungen, bei Nachrichten, bei Bildern von Personen.

Bussgelder

Verstoesse gegen die Transparenzpflichten koennen mit bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden - je nachdem, welcher Betrag hoeher ist. Der Rahmen zielt erkennbar auf grosse Anbieter; fuer kleine Betriebe ist die praktische Botschaft eher, die Kennzeichnung von vornherein mitlaufen zu lassen, als sie spaeter nachruesten zu muessen.

Was sonst noch passiert ist

Zwei Entwicklungen im gleichen Zeitraum sind erwaehnenswert. Deutschland hat mit AISI eine eigene Stelle geschaffen, die die Sicherheit von KI-Modellen bewertet. Und die EU beginnt im Lauf des Jahres 2026 mit der Inbetriebnahme sogenannter KI-Gigafactories - grosser Rechenzentren, mit denen europaeische Anbieter unabhaengiger von amerikanischer und chinesischer Infrastruktur werden sollen.

Einordnung

Die Kennzeichnungspflicht aendert wenig daran, was KI kann - aber viel daran, wie sichtbar ihr Einsatz ist. Wer KI ohnehin offen einsetzt, muss kaum etwas umstellen. Wer darauf gesetzt hat, dass KI-Inhalte fuer echt gehalten werden, hat ab sofort ein Problem.

Transparenz in eigener Sache: Auf MMOFinds entstehen Textentwuerfe teilweise mit KI-Unterstuetzung. Produktangaben, Preise und Verfuegbarkeiten pruefen wir vor der Veroeffentlichung von Hand.

Quellen